Fahrradtouren

Streckenverlauf:

 

Brochterbeck- Bocketal – Aatal – Ibbenbürener Aasee – Kloster Gravenhorst – Nasses Dreieck- (Bevergern) – Riesenbeck – Botanischer Garten in Dörenthe – Kleeberg -Brochterbeck Streckenlänge: ca. 39 km

Download Route 1

Streckenverlauf:
Brochterbeck – Wechte – Buddenkuhle – Ladbergen – Waldsee – Brochterbeck
Streckenlänge: ca. 37 km

Download Route 2

 

Streckenverlauf:
Brochterbeck – Bocketal – Aatal – Ledde – Habichtswald – Leeden – Wasserschloß Haus Marck – Golfplatz – Brochterbeck
Streckenlänge: ca. 35 km, leichte Steigungen aber landschaftlich sehr reizvoll

Download Route 3

 

Streckenverlauf:
Brochterbeck – Horstmersch – Dortmund-Ems-Kanal – Kirchdorf Saerbeck – internationaler Flughafen Münster-Osnabrück – Schumachermuseum – Waldsee – Kriegerehrenmal Lienen-Niederdorf – Brochterbeck
Streckenlänge: ca. 40 km

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Kleine Rundtour
Streckenlänge: ca. 13 km

Download Route 5

 

Gesamte Fahrzeit ca. 1 Stunde
Der Weg ist ohne Steigungen und führt durch die Bauernschaft Horstmersch nach Dörenthe. Die Tour ist auch mit Kindern möglich, da sie nur über Seitenstraßen führt.

Ausgangspunkt: Dorfplatz (Parkplatz)

Wegbeschreibung:

  • vom Dorfplatz links in die „Moorstraße“
  • an der Stoppstraße rechts in die „Dörenther Straße“
  • nächste Möglichkeit links in die Straße „Up de Woote“
  • der Straße am Neubaugebiet entlang folgen bis zur Querstraße
  • links in die Straße „Sandweg“ an dem Prozessionshäuschen rechts halten und dem Schotterweg bis zur Querstraße folgen
  • links in die Straße Horstmersch
  • 2 Straße rechts Richtung Dörenthe, nach ca. 250 m rechts ab und dieser Straße folgen (an der Weggabelung links halten) bis zur Kanalbrücke
  • nach der Kanalbrücke links entlang dem Kanal nach ca. 600 m rechts ab in den „Peilweg“ der Beschilderung Schaugärten folgen

Rückweg:

  • Zurück über die Kanalbrücke
  • nach der Kanalbrücke links in die Straße „Dassmannweg“
  • an der Querstraße rechts in die Straße „An der Blankenburg“
  • an der Weggabelung links halten Richtung Brochterbeck
  • der Weg führt jetzt wieder durch die Bauernschaft Horstmersch zurück zum Ausgangspunkt

Informationen:
Die Schaugärten können täglich besichtigt werden. Auf Wunsch wird nach Voranmeldung eine Führung angeboten. (Tel.: 02574 / 902656)

Wanderungen

Rundwanderweg A1: ca. 3,2 km

Auf dem Hermannsweg zum Blücherfelsen

Der Weg führt auf Teilstrecken des Hermannsweges am Blücherfelsen und an der Waldkapelle vorbei. Er verläuft überwiegend im Wald.

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz gegenüber der Straßenkreuzung „Zu den Klippen“ / „Im Bocketal“

Wegbeschreibung:

  • dem Hermannsweg (Kennzeichnung H) aufwärts folgend am Naturdenkmal Blücherfelsen vorbei, rechts in östlicher Richtung weiter über den Hermannsweg, bergab bis zur Weggabelung
  • rechts der A 1 – Beschilderung folgend zurück zum Ausgangspunkt

Informationen:

Der Fels wurde benannt nach dem preußischen Feldherrn, General Blücher, der in der Schlacht von Waterloo gegen Napoleon Bonaparte kämpfte.

Die Waldkapelle „Maria Wegweiserin“ wurde 1934/35 durch die Brochterbecker Bevölkerung erbaut. Am 15. Dezember 1934 wurde der Grundstein dieser Schönstatt Kapelle gelegt, die feierliche Einweihung fand am Fest Mariä Himmelfahrt, am 1. August 1935, statt.

Rundwanderweg A 2: ca. 3,9 km

Durch das Bocketal zum Drei-Kaiser-Stuhl
Auf der Wanderung kommen Sie auf den Trimm-dich-Pfad, der unterhalb der Felsen liegt. Der Rundwanderweg A 2 führt weite Strecken durch den Wald bis in den Bereich der Dörenther Klippen und am Drei-Kaiser Stuhl vorbei.

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz gegenüber der Straßenkreuzung „Zu den Klippen“ / „Im Bocketal“

Wegbeschreibung:

  • gegenüber dem Wanderparkplatz in die Straße „Zu den Klippen“
  • nach ca. 250 m rechts ab auf den Hermannsweg (Kennzeichnung H)
  • bergan in nordwestlicher Richtung dem Hermannsweg folgen, vorbei am Naturdenkmal Drei-Kaiser-Stuhl bis zur Schutzhütte an der Weggabelung
  • nach der Weggabelung rechts ab der A 2 – Beschilderung folgend am Waldrand entlang
  • vor dem großen Wetterpilz rechts weiter am Ausläufer des Teutoburger Waldes entlang. Sie überqueren einen Quellbach und Bahnschienen. Am Ende des Weges stoßen Sie auf den Hermannsweg
  • links ab, an der Querung wieder links in die Straße „Zu den Klippen“ zurück zum Ausgangspunkt

Informationen:
Der Drei-Kaiser-Stuhl ist eine Felsformation und Übungsgelände des Alpenvereins Münster.

Rundwanderweg A : ca. 3,6 km

Rund um den Kleeberg
Der Weg führt zum westlichen Kleeberg am Südhang entlang mit herrlichen Ausblicken ins Münsterland, bei klarem Wetter Fernsicht bis Münster, außerdem Ausblick auf Brocherbeck.

Ausgangspunkt: Dorfplatz (Parkplatz)

Wegbeschreibung:

  • vom Dorfplatz links in die Moorstraße
  • am Dorfteich vorbei, an der Kirche rechts hoch dem Kleeweg folgen an der Gabelung rechts auf die „Dast“
  • vorbei an der Drachenwiese und dem Aussichtspunkt „Westlicher Kleeberg“ dem Weg in den Wald folgen, hinauf zum Wetterpilz
  • an dem Wetterpilz rechts über den Hermannsweg (Kennzeichnung H) vorbei am Naturdenkmal Drei-Kaiser-Stuhl bis hinunter zur Straße „Zu den Klippen“
  • rechts über die Straße „Zu den Klippen“ und links der Moorstraße zum Ausgangspunkt folgen

Informationen:
Auf der Dast befindet sich das Gelände des Drachenvereins „Höhenwahn“. Hier ist es ganzjährig möglich Drachen steigen zu lassen.

Fledermauspfad – Der Brochterbecker Sagenpfad

Fledermaus

Fledermaus

Der Sagenbaum, der sich unterhalb der katholischen Kirche befindet, wurde im Jahre 2000 vom Heimatverein aufgestellt. Hier findet der geneigte Besucher Kurzformen der Sagen und eine bildliche Darstellung, die auch in dieses Heftchen Einlaß gefunden hat. Der Pfad ist mit Fledermäusen, die sich an Bäumen entlang des Weges befinden, markiert. Gutes Schuhwerk ist Voraussetzung für diesen Marsch. Sollte er, besonders für Kinder, zu lang werden, kann er an der Waldkapelle abgebrochen werden.Vom Sagenbaum aus geht es auf der Moorstraße am Mühlenteich entlang bis zum Bürgergarten. Durch das niemals geschlossene Pförtchen geht es hinein. In der Mitte befindet sich der Nachbau eines Brunnens, auf dessen Rand es sich trefflich verweilen läßt.

Um solch einen Brunnen rankt sich die folgende Sage:

SCHULTEN HERM UND DER BRUNNEN IN BROCHTERBECK
brunnenAls man in Brochterbeck einen tiefen Brunnen reinigen wollte, wusste keiner, wie das anzufangen wäre. Schließlich meinte einer: „Da müsst ihr Schulten Herm aus Wechte holen, der weiß betimmt, wie man das macht.“

Stolz wie der König kam der kluge Herm nach Brochterbeck geritten und sah sich den tiefen Brunnen an. „Ja, das ist doch das allereinfachste der Welt,“ sagte er. „Ihr müsst über den Brunnen eine junge Eiche legen. Daran hängt sich der stärkste Kerl von euch allen und an seine Beine ein anderer, an den Zweiten der Dritte und so weiter, bis einer ganz unten im Brunnen ist. Der letzte Mann muss dann mit einem Eimer das Wasser schöpfen und die anderen reichen es der Reihe nach weiter nach oben.“ Alle Brochterbeckker freuten sich über den guten Rat von Schulten Herm und mit Eifer begannen sie sofort das Werk.

Ein Eichenbaum wurde über den Brunnen gelegt und daran hängten sich die Männer, einer an den anderen. Als so fünf im Brunnen hingen, rief der Oberste, der am meisten zu halten hatte:“ Kerls, haltet doch mal ein bisschen stille! Ich muss mir eben in die Fäuste spucken, sonst kann ich’s nicht mehr halten.“
Da aber schon der sechste Mann nach unten unterwegs war, wurde die Last zu schwer. Der Mann ließ den Baum los, und alle lagen auf einmal tief unten im Brunnen.
Nun wollte man Schulte Herm einen Vorwurf machen, dass er einen schlechten Rat gegeben hätte. Aber schulte Herm lachte nur und rief: “ das hätte ich davon mein Lebtag nicht gedacht, dass hier die Leute so dumm sind.“ Da hatte Schulte Herm die Lacher wieder auf seiner Seite und sein Ruhm, im ganzen Land der klügste Mann zu sein, wuchs immer mehr.

Nicht, daß die Brochterbecker die einzigen gewesen wären. Schulten Herm nahm viele Leute auf den Arm, wie verschiedene Geschichten aus der Umgebung bezeugen:

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Alte Wallburg nordwestlich von Brochterbeck auf dem “Schweinskopf”

Nun aber weiter des Weges, der Moorstraße folgend.
Vor der Gaststätte „Zu den Klippen“ geht es links in die gleichnamige Straße. Hinter einem Acker folgen wir dem Wegweiser zum Hockenden Weib. Nachdem wir die Bahnschienen überquert haben, sehen wir links und rechts Obstbäume stehen. Vor allem für seine Äpfel, teilweise auf Kalkböden gewachsen, ist Brochterbeck bekannt. Die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) hat hier mit Unterstützung des Landes NRW Flächen erworben, auf denen sie ein Obstbaummuseum errichtete. Viele der alten Obstsorten unserer Heimat werden so vor dem Aussterben bewahrt. Der Apfelsaft, der aus diesen Obstsorten hergestellt wird, ist übrigens in der Gastronomie und im Handel erhältlich. Fragen Sie danach.
Der Hügel, der sich hinter dem Obstbaummuseum befindet, ragt in das Bocketal hinein, und bewahrt Brochterbeck vor den eisigen Nordwinden. Die Leute nennen Ihn Schweinskopf. Wohl aufgrund seiner interessanten strategischen Lage befindet sich hier unter Sand, Steinen und Gestrüpp versteckeckt die alte Wallburg.
Darüber berichtet Friedrich-Ernst-Hunsche in dem Buch „Brochterbeck, Aus der Geschichte eines Dorfes der alten Grafschaft Tecklenburg“:
Nicht nur alte Sagen, die Sagen vom Hockenden Weib, von der Düwelskerke, dem Geisterschloß und der Fledermaushöhle, deuten darauf hin, daß es sich bei Brochterbeck um ein altbesiedeltes Gebiet handelt; auch aus dem Formenbild der Landschaft ist auf ein altes kulturgeschichtliches Werden und Wachsen im Brochterbecker Raume zu schließen.
Vor allem das Bocketal mit seinen Schluchten und Felsenkuppen (1) bot in unruhigen Zeiten sichere Verstecke und Verteidigungsplätze, wenn fremde Völkerscharen das Land durchzogen. So mag auf dem Sandsteinrücken nördlich unseres Dorfes, auf dem „Schweinskopf“, wie die Felsenhöhe westlich der Straße nach Ibbenbüren genannt wird, die alte Wallburg entstanden sein, deren Reste um 1950 Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung von Professor Stieren, Münster, waren.
Grabungen haben dabei erkennen lassen, daß die Erdwälle dieser Anlage am Südhang des Bergkegels ursprünglich von Palisadenpfosten gestützt wurden, so daß man vermuten kann, daß die Wälle ziemlich hoch und für eine Verteidigung hergerichtet waren. Am nördlichen Hang, abgeschirmt durch das früher sumpfige und wasserreiche Bocketal, sind zwei mit aufgeschichteten Steinmauern umgebene Vierecke deutlich zu erkennen, die wahrscheinlich als Schutzplätze für Viehherden zu betrachten sind.
Es ist schwer zu sagen, wie alt diese Wallburg oder Fliehburg ist. Die Funde von Steinwerkzeugen bei den Grabungen in den Wällen lassen es als ziemlich sicher erscheinen, daß die Geschichte dieser Befestigungsanlage in die vorgeschichtliche Zeit hineinreicht. Jedenfalls scheint es sich um einen Platz zu handeln, der in der früheren Geschichte Brochterbecks eine besondere Bedeutung hatte. Wir dürfen vielleicht sogar in dieser Anlage einen Punkt eines uralten Wallburgsystems vermuten, das sich längs des Teutoburger Waldes bis Detmold erstreckte.
(1) Pfarrer Stapenhorst schreibt 1912 in seinem Buch „Brochterbeck und seine evangelische Gemeinde“: „Neuerdings sind diesen Felsen Namen beigelegt worden: Sattelfelsen, Königstein, Rabenfelsen, Drei-Kaiser-Stuhl usw.“
Nun aber weiter den Berg hinauf. Oben angekommen befindet sich über dem Bocketal thronend ein Felsen, der größer ist als alle anderen. Von hier aus hat man einen imposanten Blick ins Bocketal und ins Aatal. Dieser Fels heißt Königsstuhl. Um ihn rankt sich folgende Legende:

Der Königsstuhl bei Brochterbeck

Königsstuhl

Königsstuhl

Wenn man auf dem Hermannsweg von den Dörenther Klippen nach Brochterebck wandert, steht man nach einer halben Stunde Fußmarsch vor einer breiten Felsplatte , die rechts und links senkrecht abfällt und gleichsam eine Brücke zu dem gegenüberliegenden Bergzug bildet. Wie ein mächtiger Pfeiler ragt dieser Felsen empor, umringt von dunklen Tannen. Der düstere Ernst des Ortes wird nur gemildert, wenn aus dem Bocketal die Nebel aufsteigen und die schroffen Felsen einhüllen oder der Mondschein die Landschaft in ein gespenstisches Licht taucht. Dann vermeint man, in den Nebelschwaden einen alte König sitzen zu sehen, dessen Silberhaar im fahlen Mondlicht schimmert. In seiner bleichen Hand hält er ein funkelndes Zepter. Auf seinem weißen Haupte glänzt eine goldene Krone. Neben ihm sitzt seine Gemahlin, die Königin, die er im Tale geraubt hat. Sie ist unglücklich darüber, dass sie nicht mehr zu ihren Eltern zurückkehren kann. Darum weint sie in den Mondschein- und Nebelnächten still vor sich hin. Wenn der Wind in den dunklen Tannen rauscht, kann man bisweilen ihr Wehklagen hören. Wegen dieser nächtlichen Erscheinung heißt die Felsplatte der Königsstuhl. H. W. Sch.

Unterhalb dieses Felsens befindet sich ein Felsspalt, der Rabentränke genannt wird. Selbst im trockensten Sommer schwitzt der Fels ausreichend Wasser aus, um einem Raben den Durst zu stillen.

Der Weg folgt nun weiter dem Hermannsweg bis zum Wetterpilz. Nach einer kurzen Rast geht es nun über einen steinigen Pfad ins Bocketal. Die Felsen, die diesen Weg überragen, nennt man 3-Kaiser-Stuhl. Wahrscheinlich wurde dieser Name im 3-Kaiser-Jahr von kaisertreuen Brochterbeckern vergeben. Er hält sich bis heute.

In dieser Schlucht, die Vossliet (Fuchsschlucht) genannt wird, kann man sich gut vorstellen, wie die nächste Sage entstand:

Das Geisterschloss bei Brochterbeck

Geisterschloss

Geisterschloss

Wenn man von Ibbenbüren nach Brochterbeck wandert, führt der Weg durch das liebliche Bocketal. Wiesen und fruchtbare Äcker säumen die Straße, und an den Hängen des Teutoburger Waldes überragen wuchtige Sandsteinfelsen die Wipfel der Bäume. Hier sollen, wie die Sage erzählt, in dunklen, stürmischen Nächten die Geister umgehen.

Nach dem blutigen Krieg, den Karl der Große vor ungefähr zwölfhundert Jahren gegen die heidnischen Sachsen geführt hatte, herrschte in vielen Familie des Landes Trauer, weil Väter und Söhne in den Kämpfen gefallen waren. Das Volk, das bisher den alten Göttern geopfert hatte, wollte sich nicht unter das christliche Kreuz beugen. Immer wieder riefen sie heimlich die alten Götter um Hilfe an.

Eine Sachsenjungfrau aus edlem Fürstengeschlecht, die als Priesterin bei den heidnischen Opferfeiern gedient hatte, musste sich den Verfolgungen durch die Flucht entziehen. Einst vom Volke hochgeehrt, irrte sie nun ruhelos durch die dunklen Wälder des Teutoburger Waldes. Dornen und Ranken zerrissen ihr das Gewand. Geisterhaft flatterte ihr Haar im fahlen Mondlicht. Ganz heimlich schlich sie sich des Nachts an die Türen der Menschen und bettelte um ein Stücklein Brot. Sie hatte alles verloren. Vater und Brüder waren im Kampf gegen die Franken umgekommen, Haus und Hof ein Raub der Flammen geworden. Ausgestoßen und geächtet lebte sie nun im Dunkel der Wälder. Als die Jungfrau einmal auf ihren nächtlichen Wanderungen von der Höhe des Berges ins Bocketal hinunterschaute, ergriff die Verzweiflung sie, und sie rief Wodan um Hilfe an. Da kam auf schwarzem Ross der Geisterkönig brausend durch die Lüfte herbeigeritten , nahm sie in seine Arme und entführte sie in ein Geisterschloss, das auf der Höhe des Berges lag. In dunklen, stürmischen Nächten verlässt die Jungfrau auf ihrem schwarzen Pferd den Felsenbau und reitet durch das Tal. Die Felsen ringsum erbeben, und in das Brausen und Heulen des Sturmes mischt sich die klage der heidnischen Priesterin. H. W. Sch.

Wenn wir aus der Vosslieth ins Bocketal treten, wenden wir uns nach links. Sobald der Weg auf einer asphaltierten Landstraße endet, geht es nach rechts. Wir überqueren die Bahnschienen und erreichen die Kreisstraße. Dieser folgen wir ein kurzes Stück nach rechts. Am Wegesrand sehen wir einen großen Sandstein mit dem Namenszug „Bocketal“. Bei Erdarbeiten zur Verlegung einer Druckwasserleitung fand man diesen Koloß. Engagierten Brochterbeckern ist es zu verdanken, daß dieser hier aufgestellt wurde.

Wenig weiter geht auf der linken Seite ein asphaltierter Weg in den Wald hinein. Diesem folgen wir, gehen die Holzstufen hinauf und klettern weiter den Berg hinauf bis wir geradeaus auf einen Abgrund zulaufen. Diese Schlucht, die sich unter uns auftut ist die Düwelskerke (Teufelskirche). Im 2. Weltkrieg stand hier versteckt ein Hydrierwerk. Folgende Geschichte rang sich um diesen Ort:

Düwelskerke bei Brochterbeck

Düwelskerke = Teufelskirche

Duewelskerke

Duewelskerke

Dreißig Jahre hatte der Frankenkaiser Karl gegen die heidnischen Sachsen gekämpft und sie in langen blutigen Kriegen unterworfen. Wittekind, der Sachsenherzog, ließ sich taufen. Ein großer Teil seines Volkes folgte dem Beispiel und bekannte sich ebenfalls zum christlichen Glauben.

Aber nicht alle wollten ihren heidnischen Götterglauben aufgeben. Nachts, wenn auf den Höfen ringsum tiefe Stille herrschte, schlichen die Anhänger Wodans und Donars heimlich in eine entlegene Schlucht im Bocketal und brachten ihren alten Göttern blutige Opfer. Feierlich gelobten sie bei dem Blute der Opfertiere, ihren alten Göttern die Treue zu halten. Den getauften Sachsen wurde die Schlucht mit ihrer geheimen Opferstätte unheimlich. Keiner wagte sich dahin. Sie nannten den Ort Düwelskerke. Dieser Name ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben.

Vor etlichen Jahren fand man in dieser Schlucht in der Erde ein Beil aus Bronze, das in alten Zeiten ein heidnischer Priester bei seinem unchristlichen Treiben benutzt haben mag. H. W. Sch.

Wenn wir nun Weiterwandern…..
Fledermaus… kommen wir am Blücherfelsen vorbei. In weißen Buchstaben steht sein Name geschrieben. Wenn man ihn erklimmt, hat man einen schönen Blick über Brochterbeck, der aber durch Bäume beeinträchtigt wird. Als General Blücher, preußischer Feldheer in der Schlacht von Waterloo gegen Napoleon Bonaparte, hier seinen liebsten Aussichtspunkt hatte, versperrte nichts den Blick ins Tal. Am Nordrand des Osnings durch die Bauerschaft Holthausen geht es nun zur Waldkapelle „Maria Wegweiserin“. Noch nach der Machtergreifung Hitlers wurde sie erbaut. Hier kurz Ihre Geschichte:

Eine Kapelle am Hermannsweg

Die katholische Jugend von Brochterbeck erbaute diese Kapelle. Damals entstand der Wunsch aus der Schönstattjugend, auch hier eine Zweigkapelle zu errichten. Es war vor allem der damalige Kaplan Plietker, der von 1929 bis 1934 in unserer Gemeinde wirkte und die Apostolische Bewegung von Schönstatt auch in Brochterbeck ins Leben rief. Am 15. Dezember 1934 wurde der Grundstein gelegt, die feierliche Einweihung fand am Feste Mariä Himmelfahrt, am 1. August 1935, statt. Das Grundstück stellte die Familie Stallmeier gen. Teepe zur Verfügung. Grund und Kapelle sollten jedoch für alle Zeiten der katholischen Kirchengemeinde Brochterbeck gehören. Das Baumaterial stellte die Bevölkerung von Holthausen, während die Bauarbeiten von vielen Handwerkern ebenfalls ohne Kostenberechnung durchgeführt wurden.

Wir folgen nun dem Hermansweg, vorbei an der sogenannten Wacholderheide bis zur Wegespinne. Hier geht ein Weg schräg abwärts Richtung „Fledermaushöhle“. Auf diesem wandern wir Richtung Waldrand. Links sehen wir nach einiger Zeit kleine Schluchten. In der 2. Schlucht befindet sich auf der linken Seite ziemlich oben ein Felsen. Hinter diesem kann man, erst wenn man direkt davor steht, die Fledermaushöhle entdecken. Um diese Höhle rankt sich die nächste Legende:

<strong>Die Fledermaushöhle bei Brochterbeck</strong>

Fledermaushöhle

Fledermaushöhle

Am Tecklenburger Berge gibt es eine Höhle, die von den Leuten Fledermaushöhle genannt wird. Wenn sich die Nacht auf den Teutoburger Wald senkt, flattern auf leisen Flügeln Hunderte von Fledermäusen in die Dunkelheit hinaus und jagen Käfer, Nachtschmetterlinge und anders Getier. Kommt der Morgen, haben sie sich wieder in der Höhle versteckt, wo kein Mensch sie sehen kann.

Weil die Fledermäuse nur des Nachts unterwegs waren und sich am Tage gut verbargen, siedelten sich vor altersgrauer Zeit in der Höhle am Berghang hilfsbereite Erdmännlein an. Diese Zwerge waren den Menschen wohlgesinnt. Sie verrichteten alle Arbeit, die die Menschen nicht schaffen konnten. In Haus und Garten, in Wiese und Feld, in Scheune und Werkstatt konnte man ihnen begegnen. Sie hämmerten und zimmerten; sie gruben und pflanzten und nähten und flickten. Bauern und Handwerker waren dankbar für die freiwillige Hilfe. Die fleißigen Männlein nahmen für ihre Mühen keinen Lohn. Wenn man ihnen ein freundliches Wort gönnte, waren sie zufrieden.

Nicht weit von der Höhle lag ein Hof, der dem Bauern Roloff gehörte. Er war der faulste Bauer im Tecklenburger Lande. Aber auch zu ihm kamen die Zwerge und arbeiteten unverdrossen. Er hatte den größten Nutzen durch die fleißigen Helfer. Zu seiner Faulheit war er auch noch grob und unhöflich und gönnte den Erdmännlein kein freundliches Wort und kein „Dankeschön“.

Eines Tages, als der Bauer nach einer langen Mittagsruhe in Holzschuhen über den Hof schlurfte, besah er sich die Arbeit,

die die kleinen Gesellen unterdessen ausgeführt hatten. Es war ihm aber nicht genug. Er fluchte und wetterte, schalt und schimpfte und jagte die kleinen Helfer vom Hofe.

Von diesem Tage an kamen die Zwerge nie wieder zur Arbeit. Der faule Bauer arbeitete genauso wenig wie zuvor. Kein Wunder, dass es mit seinem Wohlstand immer mehr bergab ging. Die vertriebenen Männlein spielten ihm zudem machen Streich, der ihn noch mehr in Wut brachte. Schließlich war es so weit, dass er seine Pferde und Kühe verkaufen musste.

Da beschloss der Bauer, sich an den fleißigen Erdmännlein zu rächen. Er band seinen bissigen Hofhund los, ging mit ihm zur Fledermaushöhle und hetzte den Hund auf die erschrockenen Zwerge. Voller Entsetzen und in Todesangst verkrochen sie sich hinter Felsen und versteckten sich in schmalen Spalten. Der Hund aber lief immer tiefer in die Höhle hinein. Sie wurde immer enger und enger. Ein kleiner, schmaler Gang tat sich auf. Auch in diesen zwängte sich der wütende Hund auf seiner Suche nach den Zwergen. Mit aller Gewalt schob er sich weiter und weiter. Bald war der Gang zu Ende. Der Hund hatte sich nun darin so festgeklemmt, dass er weder vorwärts noch rückwärts kriechen konnte. Da wurde es heiß und immer heißer um ihn. Er bellte und winselte unaufhörlich; doch niemand kam, um ihn zu befreien. So musste der Hund in der Enge und Hitze der Höhle ersticken.

Gerade in dieser Stunde waren die Frauen auf dem Roloffschen Hofe dabei, das offene Herdfeuer zu schüren und das Abendessen zu kochen. Auf einmal hörten sie unter sich das Winseln und Bellen. Sie meinten nichts anderes , als dass der Teufel unter dem Herde säße und sie holen wollte. Sie ließen in ihrer Angst alles stehen und liegen und rannten schreiend nach draußen. Als sie nach einiger Zeit mit ein paar handfesten, mutigen Männern in das Haus zurück kamen, war alles still und ruhig.

Die fleißigen Männlein hatten den schmalen Gang von der Höhle aus bis unter die Herdstelle des Bauern gegraben, um sich dort während der kalten Jahreszeit zu wärmen. Seit der faule Bauer seinen bissigen Hund auf die fleißigen Zwerge gehetzt hatte, verließen die dienstbaren Geister die Gegend und wurden von keinem Menschen jemals mehr gesehen. Der undankbare Bauer aber musste sein Hab und Gut verkaufen und als armer Bettler über Land ziehen. Wo er auch anklopfte, die Menschen waren überall so unfreundlich zu ihm, wie er es zu den guten Erdmännlein gewesen war, und bald darauf hat er ein klägliches Ende gefunden. H.W.Sch.

Weiter geht es am Waldrand entlang…

fledermaus1… bis auf der linken Seite an einer Ruhebank ein Zeichen zum Heidentempel weist. In dieser Schlucht läßt sich seitlich, häufig von Laub bedeckt eine alte Opferstätte entdecken. Der Altar wird von einer Ablaufrinne, die wohl das Blut abführte begrenzt. Oberhalb befinden sich zwei aus dem Stein geschlagene Hohlräume, die wohl der Aufbewahrung von Kienspan und Werkzeug dienten.

Wir gehen den Weg ein wenig zurück, biegen links ab, überqueren die Bahnschienen und schlagen uns kurz vor dem Golfplatz rechts in den Busch. Auf der anderen Seite des Golfplatzes kommen wir wieder auf eine befestigte Straße. Dieser folgen wir, den Golfplatz hinter uns lassend, bis wir kurz vor Brochterbeck an einer Prozessionskapelle vorbeikommen. In einer kleinen Sandsteinmauer dahinter finden wir ein Steinkreuz eingelassen. Dieses ist so alt, dass keiner seinen eigentlichen Sinn mehr kennt. Von ähnlichen Steinkreuzen aus unserer Heimat wissen wir aber, dass es sich in der Regel um Sühnekreuze handelt. In Dörenthe haben sich an einer so markierten Stelle zwei Steinmetze erschlagen.

An der alten Dorfkirche vorbei geht, es nun wieder ins Dorf hinein.

ENDE